Anders als in den USA konnte sich John Mellencamp in Deutschland nie wirklich im Bewusstsein einer großen Pop/Rockgemeinde etablieren. Eigentlich unverständlich, denn als sozialkritischer und politisch engagierter Folk-Rocker muss er sich hinter Bruce Springsteen schon lange nicht mehr verstecken. Mit 'No Better Than This' hat der Sänger und Songwriter jetzt ein Album vorgelegt, das er zuvor in knapp 14 Tagen - während seiner letztjährigen Tour mit Willie Nelson und Bob Dylan - niedergeschrieben hatte. Der Qualität und der Aussagekraft der Songs hat es jedenfalls nicht geschadet. Dabei suchte er sich unterwegs musikhistorisch relevante Orte aus, wie die legendären Sun Studios in Memphis oder das Zimmer 414 im Gunter Hotel, wo das Blues-Urgestein Robert Johnson 1936 seine ersten Stücke aufnahm. Und in der First African Baptist Church in Savannah, Georgia, nahm er nicht nur einen Song auf, sondern empfing auch gleich noch die Taufe. Man merkt es Mellencamps Songs an, dass sie den unverfälschten, durch keinerlei technischen Schnickschnack verfremdeten Rock'n'Roll atmen. Die von T Bone Burnett produzierten Songs, die wie knorrige Eichen im Grenzwald zwischen Blues und Country, zwischen Soul und Rhythm'n'Blues stehen, sind zu schön, um ungehört zu bleiben.