Zuerst war das Video da. Ein Song namens "Wonderful Life", illustriert von eigenartig statischen Bildern. Musikalisch irgendwo zwischen 80er-Helden der Tears-For-Fears-Schule und Fühneunziger-Pop. Es folgten ein angeblich ungewöhnlich hochdotierter Plattenvertrag, einige wenige ebenso launige wie smarte Interviews mit Theo Hutchcraft (Gesang) und seinem Mitstreiter Adam Anderson und eine Platzierung auf der renomierten BBC-Trendliste für das laufende Jahr. Genug, um einen Hype zu evozieren, der in ein fiebriges Huffescharren überging. Das Verblüffende: Mit ihrem Debüt "Happiness" sind Hurts nicht nur sofort in die Spitzenregionen der Hitparaden vorgestoßen, sondern beweisen auch jede Menge Substanz. Das fein austarierte Songwriting der Briten mag in puncto Melodie immer auf den größtmöglichen Effekt setzen, besitzt aber stets eine Art zweiten Boden. Bilder malen, so sagt Hutchcraft, wolle man mit den Liedern auf ´Happiness` - auch, um einen Gegensatz zur strengen Optik zu schaffen, die die Band nach außen hin definiert. Hört man sich Stücke wie "Stay" oder "Silver Lining" an, bleibt nur festzustellen: Aus Bildern wurden Meisterwerke. Die erste Band des neuen Jahrzehnts, auf die sich Mainstream wie auch Underground ohne jedes Zögern einigen können.