29 Jahre nach ´1984´ wagen sich David Lee Roth und die Gebrüder Van Halen erneut in den Ring – und klingen so frisch und ungestüm wie in den späten 70ern. Ehre, wem Ehre gebührt.
Es gibt Dinge, die selbst dem Inbegriff des exzentrischen Rockstars peinlich sind. Etwa die Ausschweifungen der 80er, die Tourrider ohne braune M&Ms oder die handfesten Konflikte mit seinen Bandkollegen. „Ich war ein verzogenes Kind“, gesteht David Lee heute, mit 56. „Nur: Das bin ich nicht mehr. Ich habe genug Lebenserfahrung gesammelt, um es besser zu machen. Und darum bemühe ich mich – die anderen übrigens auch.“ Womit der Rockbeau die aktuelle interne Chemie erklärt. Aber auch, warum sie es drei Dekaden später noch einmal probieren. „Wir wissen, dass das unsere letzte Chance ist. Und wir haben das Gefühl, dass wir mehr zu bieten haben als das, was auf dem Markt ist. Das lassen wir raus – weil wir es uns und den Fans schuldig sind. Denn eine Band wie Van Halen verdient ein besseres Ende.“ Womit Roth auf die 14jährige Plattenpause bzw. seine Vertreter Gary Cherone und Sammy Hagar anspielt – und mit ´A Different Kind Of Truth` beim eigenen Frühwerk anknüpft. Sprich: 13 energetische, frische Songs, die mit originellen Riffs und amüsanten Texten glänzen, und nicht nur eines der stärksten Alben der Kalifornier bilden, sondern auch der musikalischen Gegenwart. „Nimm es so: Wir wissen, was wir können. Genau das zeigen wir hier.“