Man muss Ben Howard als Akustikgitarren-Genie bezeichnen: In Sachen Strumming, Zupfen und Hammering können nur die wenigsten dem gerade mal 23-Jährigen das Wasser reichen. Die Plattensammlung seiner Eltern sei schuld daran, dass er „nach wie vor ganz schön abhängig" ist von den großen Songwritern der Sechziger und Siebziger, den Aufnahmen von Leuten wie Joni Mitchell, Bob Dylan, Van Morrison und Richie Havens. Jetzt haucht der Folkmusiker dem Genre mit seinem Debüt neues Leben ein. Präzise fließen Harmonien zusammen- und ineinander. Inhaltlich betrachtet fielen die Ergebnisse der Aufnahmen in einer umgebauten Scheune im südenglischen Devon düsterer aus als geplant. Die Melodien kämen bei ihm wie von selbst, nur an den Texten müsse Howard lange feilen. „Es geht da sehr viel um das Miteinander der Menschen und Beziehungen, und nicht zuletzt um mein Leben – ich lasse mich da schon ganz schön gehen." Wenn das Ergebnis so klingt, sollte er auch künftig alle Hemmungen fallen lassen: Zurückhaltend instrumentalisiert mit Gitarre, Cello und Percussion und dominiert von Howards Stimme und seinem exzellentem Spiel setzt sein Debüt früh im Jahr den Standard für das Genre.